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Oktober 2012


Aktionswoche „Fleisch in Maßen statt in Massen“

 

Bündnis 90 / Die Grünen wollen einen vegetarischen Tag in Dinkelsbühl einführen 

Städte wie z.B. Washington, Gent, Kapstadt, Bremen, Hannover, Münster, Karlsruhe, Wiesbaden und sogar die Nordseeinsel Juist haben es vorgemacht, aber auch innerhalb der bayerischen Grenzen ist der Veggietag in Schweinfurt, Deggendorf, Ingolstadt, Bamberg und Straubing längst eingeführt. Nun startet
Bündnis 90 / Die Grünen auch in Dinkelsbühl eine Initiative. Mindestens an einen Tag der Woche soll u. a. in Kantinen, Kinderbetreuungs- und Senioreneinrichtungen ein Angebot geschaffen werden, das dazu verführt, vegetarisch zu essen und so Lust auf pflanzliche Alternativen macht.
Aber auch alle Dinkelsbühler Bürgerinnen und Bürger sowie Restaurants werden eingeladen, sich an der Aktionswoche „Fleisch in Maßen statt in Massen“ aktiv zu beteiligen, dabei die Probleme unseres hohen Fleischkonsums kennenzulernen, die vielfältigen und genussversprechenden pflanzlichen Angebote (neu) zu entdecken und künftig die eine oder andere Fleischmahlzeit durch ein vegetarisches Gericht zu ersetzen.

Im Rahmen dieser Aktionswoche vom 15. bis zum 20. Oktober 2012 wollen sich Bündnis 90 / Die Grünen dem Thema „bewusste Ernährung“ widmen und mit der Einführung eines „Veggie-Tages“ einen ersten Markstein dafür setzten. Dabei geht es nicht darum, mit erhobenem Zeigefinger gegen den Fleischkonsum generell zu sein und für eine ausschließlich vegetarische Ernährung zu werben. Fränkische Bratwürste und Schäufele haben eine lange Tradition - so soll es bleiben. Ziel ist es vielmehr, bei Einkauf, Zubereitung und Verzehr von Nahrungsmitteln genauer hinzusehen, sich auf regionale, saisonale und am besten biologisch angebaute Produkte zu besinnen, den Fleischkonsum, zumindest den aus Massentierhaltung stammenden Fleischkonsum zu reduzieren und - wo möglich - (zumindest)  an einem Tag der Woche bewusst auf Fleisch zu verzichten.

Für weniger Fleischkonsum gibt es viele gute Gründe:

Übermäßiger Fleischkonsum geht oft einher mit einem Ernährungsverhalten, das zu Übergewicht, Diabetes, Bluthochdruck, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und verschiedenen Krebsarten führt. Der Fleischkonsum der deutschen Bundesbürger ist im Durchschnitt dreimal so hoch wie von der Deutschen Gesellschaft für Ernährung empfohlen.

Die weltweite Tierhaltung verursacht 18 % der treibhauswirksamen Gase und damit mehr als der globale Verkehr.

Im Laufe seines Lebens isst jeder Deutsche im Durchschnitt fast 1100 Tiere - ohne Fisch und Meeresfrüchte. Ein maßvollerer Fleischkonsum würde die Auswüchse der Massentierhaltung und damit das Leid bei Aufzucht, Haltung, Tiertransporten und Schlachtung reduzieren.

Die Herstellung von Fleisch ist ineffizient und verschwendet Ressourcen. Ein Großteil der weltweiten Getreide- und Sojaproduktion wird als Tierfutter verwendet, während gleichzeitig eine Milliarde Menschen auf der Welt an Hunger leidet. Auch beim Trinkwasserverbrauch schneiden tierische Lebensmittel bedenklich ab.

Die Aktionswoche startet am Montag, den 15.10. um 19.30 Uhr im Veranstaltungsraum im Haus der Geschichte mit dem Vortrag von Isabel Boergen „Weniger ist mehr – Wie viel Fleisch verträgt unser Planet“.  Frau Boergen ist wissenschaftliche Mitarbeiterin und Fachreferentin für Ernährung, Nutztierhaltung und nachhaltige Landwirtschaft der Schweisfurth-Stiftung München. Der Stiftungsgründer Karl Ludwig Schweisfurth war als Eigentümer von „Herta“ einer der größten Wurstfabrikanten Europas. Aufgrund persönlichen Bewusstseinswandels verkaufte er 1985 seine Firma und gründete die Schweisfurth-Stiftung, die sich insbesondere mit naturgemäßer und umweltschonender Ernährung und Landwirtschaft auseinandersetzt. In ihren Ausführungen wird die Referentin veranschaulichen, welche fatalen globalen Auswirkungen die industrielle Herstellung von Produkten tierischen Ursprungs hat und Wege zu einem ethisch vertretbaren, maß- und genussvollen Lebensstil aufzeigen.

Am Dienstag, 15.10. um 20.00 Uhr zeigt das Ringtheater Dinkelsbühl die Kinodoku „Raising Resistance“. Der Film veranschaulicht, warum die Sojaäcker in Südamerika, die mittlerweile die Größe der gesamten EU erreicht haben und Grundlage für die Massentierhaltung auch in Europa sind, nur scheinbar eine prosperierende Landwirtschaft darstellen, tatsächlich aber zu Schlachtfeldern geworden sind zwischen Großgrundbesitzern und Kleinbauern. Er zeigt die Verödung der Naturlandschaft und er verdeutlicht, wer die sozialen Kosten für die privaten Gewinne bezahlt.   

Als totales Kontrastprogramm hierzu lädt Ilona Zeh, Referentin für Hauswirtschaft und Ernährung am Mittwoch, 17.10., 19.00 Uhr zu einem vegetarischen Kochkurs in das Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten ein. Unter dem Titel „Vegetarisch genießen - heimisches Gemüse neu entdeckt“ werden gemeinsam leckere Gerichte von der Kohlrübe über die Schwarzwurzel bis zu Pastinake und Co. zubereitet. Beim anschließenden Probieren kann man sich davon überzeugen, wie vielseitig und lecker vegetarische Gerichte - weit jenseits des angestaubten Images von Tofu und Soja - schmecken. Anmeldungen nimmt Frau Zeh unter Tel. Nr. 09852/613413 oder 0151/54000295 entgegen (begrenzte Teilnehmerzahl, Gebühr 20 €).

„Fleischkonsum - wie stehen Sie dazu?“ - so lautet der Titel der Podiumsdiskussion am Freitag, 19.10., 19.30 Uhr im Wilden Mann. Mit Vertretern aus der Gastronomie, Medizin, Fleischerzeugung, Biolandwirtschaft, Kirche und Sport wird eine spannende Diskussion erwartet.

Letztmalig Gelegenheit zur Diskussion gibt es dann am Samstag, 20.10. von 10.00 Uhr bis 12.00 Uhr beim Infostand vor dem Münster.

Zu allen Veranstaltungen wird herzlich eingeladen.

 

ViSdP:

Gerhard Zitzmann, Seitz-Berlin-Straße 3, 91550 Dinkelsbühl, Tel. 09851/6969; e-mail: neue-energien@t-online.de

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Pressemitteilung

 

Vorankündigung

der Auftaktveranstaltung zur Aktionswoche "Fleisch in Maßen statt in Massen"

„Weniger ist mehr – wie viel Fleisch verträgt unser Planet“

am Montag, 15.10.2012, 19.30 Uhr

im Vortragsraum im Haus der Geschichte Dinkelsbühl

 

„Wie viel Fleisch verträgt unser Planet“ – dieser Frage wird Isabel Boergen von der Schweisfurth-Stiftung München heute Abend um 19.30 Uhr im Vortragsraum im Haus der Geschichte nachgehen. Mit diesem Vortrag wird die Aktionswoche „Fleisch in Maßen statt in Massen“ – „Donnerstag ist Veggietag“ des Ortsverbandes von Bündnis 90 / Die Grünen eröffnet.  

Frau Boergen ist wissenschaftliche Mitarbeiterin und Fachreferentin für Ernährung, Nutztierhaltung und nachhaltige Landwirtschaft der Schweisfurth-Stiftung München.

Der Stiftungsgründer Karl Ludwig Schweisfurth war als Eigentümer von „Herta“ einst einer der größten Wurstfabrikanten Europas. 1985 verkaufte er das Familienimperium, das mit 1,5 Milliarden DM Umsatz pro Jahr zu den ganz Großen der Branche zählte.  

Von dem Erlös gründete Schweisfurth die gleichnamige Stiftung, deren Schwerpunkt in der Förderung einer menschen-, tier- und umweltfreundlichen Land- und Lebensmittelwirtschaft liegt. Seine ebenfalls in den 80er Jahren gegründeten Herrmannsdorfer Landwerkstätten gelten heute als Pionierbetrieb der handwerklichen, artgerechten und nachhaltigen Herstellung von Lebensmitteln.

"Wir sind vom rechten Weg abgekommen und marschieren genau in die verkehrte Richtung“, sagt Schweisfurth heute. „So, wie wir mit der Natur umgehen und so, wie wir mit den Tieren umgehen, kann das nicht gut gehen. Die Werte werden uns alle aus der Hand geschlagen, wenn es nur darum geht, immer noch mehr, immer noch schneller und immer noch billiger zu produzieren.“  

In ihren Ausführungen wird die Referentin veranschaulichen, welche fatalen globalen Auswirkungen die industrielle Herstellung von Produkten tierischen Ursprungs hat und Wege zu einem ethisch vertretbaren, maß- und genussvollen Lebensstil aufzeigen - gemäß dem Schweisfurth-Credo "Fleisch muss wieder kostbar und wertvoll werden. Lieber halb so viel, aber doppelt so gut.". 

 Isabel Boergen

 Karl Ludwig Schweisfurth                                                                                                       
 

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