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September 2012

 

Carsharing auch in Dinkelsbühl?
 

Mit der Veranstaltung am Dienstag, den 25. September wollten wir uns zunächst an das Thema herantasten. Uns ist bewusst, dass Dinkelsbühl eine relativ kleine Stadt ist, dass die meisten Menschen ohnehin ein Auto haben und darauf angewiesen sind - und daher die Voraussetzungen, ein Carsharing-Modell einzuführen sicher nicht ganz einfach sind.

So luden wir mit Sigrid Strobel und Bernhard Schmid aus Ansbach die zwei Sprecher und Mit-initiatoren des Ansbacher Vereins Carina e. V. ein. Wir wollten von Ihnen erfahren, wie sie den Verein gegründet haben und wie die Nutzung weniger Autos durch viele Menschen geregelt werden kann.

In ihrem hochinteressanten Beitrag gingen sie  ausführlich auf ihr Modell ein. Die lebhafte und ausdauernde Fragerunde im Anschluss an die Vorträge zeigte, dass bei unseren Gästen echtes Interesse besteht und dass eine Verwirklichung auch in unserer Stadt durchaus im Bereich des Möglichen liegt.

Zunächst erläuterte Bernhard Schmid, dass sich aus einer anfänglichen Betreibung der Fahrzeugflotte in Eigenregie eine Kooperation mit einem kommerziellen Autovermieter entwickelt habe. Dieser, die Firma Muhr aus Ansbach, stellt die Fahrzeuge zur Verfügung, stattet sie mit der erforderlichen Soft- und Hardware aus und wartet diese.

Die Nutzer der Leihfahrzeuge registrieren sich mit einer einmaligen Eintrittsgebühr von 69.- € und können dann die Fahrzeuge stundenweise oder tageweise ausleihen. Die Nutzergebühr ist auf die Zeit und auf die Kilometer bezogen,  sie ist aber deutlich günstiger als bei einer herkömmlichen Verleihfirma. Ein weiterer Vorteil für den registrierten Nutzer ist, dass er/sie sich praktisch zu jeder Tages- oder Nachtzeit mit Hilfe einer Chipkarte das vorher bestellte Auto abholen bzw. wieder abgeben kann. Reservierte Stellplätze in der Innenstadt mit Anbindung an ÖPNV und Verfügbarkeit von Fahrradparkplätzen sind weitere positive Unterscheidungsmerkmale zur herkömmlichen Autovermietung.

Frau Strobel ging anschließend auch auf die Technik ein. Der installierte Bordcomputer mute zunächst sehr kompliziert an. Sie war aber selbst erstaunt gewesen, wie einfach alles sei und wie gut alles funktioniere. Man müsse lediglich die Chipkarte vor die Windschutzscheibe halten und könne dann, sofern eine Buchung erfolgt ist, ins Auto steigen und losfahren. Manchmal sei eben auch komplizierte Technik kinderleicht zu bedienen.

Sowohl im Vortrag als auch in der anschließenden Diskussion wurde deutlich, dass Carsharing sicher nicht für alle Mobilitätsansprüche eine Lösung sein kann. Doch für Menschen, die nicht täglich ein Auto benötigen, eine Jahresfahrleistung unter 15000 Kilometern haben oder auch als Ergänzung gut mit Fahrrad, Bahn oder Bussen sich bewegen, kann dieser Weg eine sowohl wirtschaftlich wie auch ökologisch eine sinnvolle Alternative sein.

Der Carina e.V. hat mittlerweile 50 eingetragene Nutzer, für die vier Autos zur Verfügung stehen. Die Tendenz ist eindeutig steigend. So muss die Autoverleihfirma möglicherweise bald ein weiteres Fahrzeug in den Pool aufnehmen

Der ökologische Effekt des Carsharing besteht vor allem in der besseren Auslastung der Fahrzeuge, im Zwang zur Nutzung verbrauchsgünstiger Fahrzeugtypen und im geringeren Ressourcenverbrauch für den Bau von Neufahrzeugen. So wurde in dem Treffen deutlich, dass die Herstellung eines einzigen PKW die Produktion von insgesamt 25 Tonnen Schrott mit sich bringe.

Als Dinkelsbühler Grüne warten wir nun auf Resonanz aus der Bevölkerung und wollen in der nächsten Zeit herausfinden, ob und wann solch ein Modell auch in unserer Stadt eine Chance hat.

Wir werden Euch und Sie, liebe Leserinnen und Leser, darüber weiterhin informieren. 

Gerhard Zitzmann        

 

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